Geht Zero Waste auf Reisen?

 

Zero Waste durchziehen auf Reisen in anderen Ländern, Geht das? Ich finde, dass es anderswo einfach manchmal schwierig ist. Dennoch kann man auch hier seinen kleinen Beitrag leisten und etwas weniger Müll machen.


Wie realistisch ist Zero Waste?

Zero Waste ist in aller Munde. Jeder weiß, was es damit auf sich hat und das ist auch gut so. Doch darf ich mal ganz ehrlich sein? Ich finde diesen Begriff absolut irreführend und glaube auch nicht, dass man wirklich 100%ig zero waste leben kann. Ich glaube auch den ganzen Zero-Waste.Bloggern nicht, dass sie in einem Jahr nur ein Einmachglas voll Müll machen.

Haben die keine Autos? Tragen die keine Schuhe? Verreisen die nie und wenn sie auswärts essen oder doch auf mal auf Reisen sind, bekommen die dann nie einen Strohhalm oder irgendeinen anderen “Plastikscheiß”, obwohl man bei der Bestellung explizit drauf hinweist, dass man keinen möchte?

Bewusstsein und dann entspannt sein Bestes tun…

Ich finde den Ansatz gut, den Müll zu reduzieren wo es nur geht, aber man sollte auch mal ehrlich zu sich selbst bleiben oder?

Während ich diesen Post schreibe befinde ich mich in Israel. Hier sind sie zwar was vegane Alternativen und Essensmöglichkeiten angeht, uns weit voraus, aber bei der Müllvermeidung sieht es hier ganz finster aus.

Ich bin dienstlich hier und anschließend hänge ich noch ein paar Tage Urlaub dran. Ich versuche hier so gut es geht wenig Müll zu machen, doch bei einigen Dingen ist es einfach nicht möglich und das ist auch kein Drama. Irgendwann werden es die Leute hier auch merken und wir können mit hier mit gutem Beispiel voran gehen, ohne zu belehren.

Wenn jeder das tut, was er kann und sich der Problematik über Plastik und den Umgang mit unseren Ressourcen bewusst ist, wäre der Welt schon mal erheblich geholfen.

So nachhaltig wie möglich auf Reisen

Sobald man fliegt, hat man schon enorm viel CO2-Ausstoß verursacht, aber ganz ehrlich bei manchen Destinationen ist das eben so.
In unserem Fall war es Israel und anfangs auch dienstlich. Dass man das dann mit Urlaub kombiniert ist dann auch okay. Selbst wenn man es nicht kombinieren kann, dann ist es auch völlig okay, wenn man dann fliegt, wenn es aufgrund der Entfernung keine andere Option gibt.

im Flugzeug…

Reisen mit dem Flugzeug sind nicht nur was den CO2-Ausstoß angeht kritisch, sondern auch im Flugzeug selbst. Doch man kann auch hier ohne viel Aufwand etwas Müll einsparen.

Wasser für unterwegs

An jedem Flughafen gibt es Wasserspender. In Hamburg gibt es sogar zwei nach der Sicherheitskontrolle. Also brauch man im DutyFree auf keinen Fall die PET-Flaschen mit Wasser kaufen, sondern kann sich seine mitgebrachte Flasche auffüllen. Das spart unter anderem die 2 EURO und letztendlich eine PET Flasche. Auch auf anderen Flughäfen habe ich bisher immer einen Wasserspender gefunden.

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Essen und Service im Flieger

Doch nicht nur das Wasser ist beim Fliegen kann man einsparen. Auch beim Service kann man etwas nachhaltiger und bewusster konsumieren.


Auf kurzen Strecken wie zum Beispiel von Hamburg nach Stockholm brauche ich ehrlich gesagt kein kleines Sandwich, das ohnehin nicht schmeckt und schön in Plastik eingeschweißt ist.
Vor dem Flug fülle ich mir meine Flasche auf und sollte ich doch etwas essen, kaufe ich mir vorher ein Brötchen und lasse es in meinen mitgebrachten Jutebeutel oder meine Dose geben.

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Sind die Strecken dann doch etwas länger kann man auch hier einiges tun. Man kann sich einen kleinen TravelMug (Bescher) mitbringen, in den dann das Getränk gefüllt wird. So vermeidet man diese kleinen Plastikbecher.

Für Kaffee habe ich einen kleinen faltbaren Kaffeebecher, den auch den Einmalkaffeebecher spart.

nachhaltig auf Reisen

Kürzlich habe ich mitbekommen, dass man sich bei einigen Fluggesellschaften vorab auch eine vegane Option kostenlos dazu buchen kann. Wenn ich die Wahl habe, mache ich das natürlich auch.
Leider bekam ich mein Essen automatisch mit einem Wasser im Plastikbecher… Shit happens. Diesen Becher habe ich jedoch mehrfach wieder verwenden können auf dem Flug.

Wer also noch keinen TravelMug oder Ähnliches hat, der kann seinen Plastikbecher einfach wiederverwenden, was schon mal viel besser ist als gar nichts. Denn bei all den Flügen, die täglich durch die Lüfte gehen, entseht unheimlich viel Plastikmüll. Wenn jeder hier nur ein bisschen was macht, dann hat das schon einen sehr großen Effekt, oder?

Im Hotel

Es gibt ja diese schönen Schilder, auf denen man wählen kann, dass das Zimmer heute nicht sauber gemacht werden muss. Dieses Schild hänge ich eigentlich immer raus. Erstens saue ich mein Zimmer nicht schon nach einem Tag voll und zweitens mache ich zu Hause auch nicht jeden Tag alles wieder sauber.

Handtücher werden in manchen Ländern auch einfach ungefragt jeden Tag gewechselt. Wenn dann der Reinigungstrupp das Zimmer gar nicht erst betritt, kann dem also vorgebeugt werden. Zu Hause nimmt man ja auch nicht jeden Tag ein neues Handtuch.

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Ein weiteres Ding, was ich im Hotel oft unnötig finde ist die Seife. Oftmals bekommt man ein kleines Stück Seife, das man ohnehin nicht in der kurzen Zeit aufbraucht. Gut manchmal ist die Seife auch in einem Spender, aber eben manchmal auch nicht. Da gibt es Seife am Stück oder in kleinen Tuben. Diese Tuben werden nach dem Besuch dann auch entsorgt. Man kann einem neuen Gast ja auch kein geöffnetes Fläschchen zumuten ;)…

Damit das nicht passiert habe ich immer meine eigenen Seifen am Stück dabei. Die Seife am Stück hat den Vorteil, dass man den Ärger mit den Flüssigkeiten im Handgepäck nicht hat.


Jeder kleine Schritt ist super

Genau so ist es, aber tu’ Dir einen Gefallen und übertreibe es nicht, nur weil das irgendwelche coolen Influencer mit ihren coolen Aluboxen und Flaschen machen. Ich habe solche Boxen auch nicht und nehme nach wie vor meiner Plastikboxen, der bekannten Marke Tupp… , die teils schon älter als ich sind. Das sieht nicht cool aus, ist aber nachhaltig und darum geht es letztendlich auch. Das tun was hilft, weil es gut und wichtig ist, aber nicht weil es gerade hipp ist auf den Zero-Waste.Zug mit aufzuspringen.

Als der Post entstanden ist war ich in Tel Aviv. Hier bekommst Du so oft einen Strohhalm, auch wenn Du ihn abbestellst oder bekommst deine Getränke im Plastikbecher. Das ist zwar nicht gut und tut mir jedes Mal in der Seele weh, wie ich sehe wie hier mit Plastik gehaushaltet wird, aber ich kann es nicht ändern, ich kann dem Kellner nur, nachdem er uns das Bier in der Flasche und zwei Plastikbecher an den Tisch bringt sagen, dass wir die Becher nicht benötigen und das Bier aus der Flasche trinken… Auch im Supermarkt lehne ich die Plastiktüte dankend ab. Ich kann hier nur das tun, was in meiner Möglichkeit steht und das ist wie gesagt immer besser als nichts.

Verständnis für andere

Irgendwann wird man hier auch zum Undenken kommen und die Menschen hier verurteile ich auch keineswegs. Das Bewusstsein ist einfach noch nicht da, wie es bei uns vor wenigen Jahren auch noch nicht war.
Also Shalom und bleibt entspannt ;)

 
Sandra Meyer