Du trinkst nicht?! Bist Du etwa schwanger?

 
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Unser Verhältnis zu Alkohol und Alkoholkonsum habe ich in den letzten Wochen und Monaten mal genauer beobachtet. Irgendwie ist mir Alkohol gesellschaftlich zu anerkannt.

 

Lieber Lauschen als Lesen... kein Problem ;)

 
 

Heute brennt mir ein wie ich finde sehr wichtiges Thema unter den Nägeln: Die gesellschaftliche Anerkennung und Verharmlosung von Alkohol. Bitte hab nun keine Angst. Ich will nicht missionieren und schon gar nicht anderen sagen, was sie tun oder lassen sollten.
Ich möchte nur Bewusstsein schaffen und meine Ansichten zum Thema Alkoholkonsum mit Dir teilen.

Alkohol ist ein Zellgift, das in übermäßigen Konsum erhebliche Schäden anrichten kann.
Natürlich wäre das dann schon ein Extremfall, doch Alkohol ist einfach nicht gesund auch nicht das eine angebliche Glas Wein. Da gibt es andere Dinge, die dem Körper deutlich besser zu Gute kommen.
Man redet es sich eben gerne schön das “GläsCHEN”, BierCHEN, Sektchen usw.

Alkohol ist als Droge eingestuft und wenn man bedenkt, dass in Deutschland 1,3 Millionen Menschen alkoholkrank sind und 2,7 Millionen Alkohol erheblich missbrauchen, sind das schon erschreckende Zahlen.

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Anlässe zum Trinken

Ich habe mich in den letzten Wochen mal selbst etwas reflektiert und auch meine Beobachtung darauf gerichtet wann und wo getrunken wird.
Ein feierlicher oder besonderer Moment wird grundsätzlich mit Alkohol assoziert. “Darauf müssen wir mal anstoßen.. Cheers”.

Auch eine gute Feier kommt oft nicht ohne Alkohol aus. Warum muss das sein? Eigentlich ist es doch völlig egal. Sollte man nicht auch ohne in der Lage sein einen Moment entsprechend zu würdigen?

Als wäre man als Kind, in dessen Welt es noch keinen Alkohol gibt, unglücklich gewesen.
Sobald man aber erwachsen ist gehört Alkohol irgendwie gesellschaftlich zum guten Ton.

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Wenn man mal nicht trinkt…

Neulich ist es mir erst passiert. Wir waren zum Jubiläum eingeladen und es gab natürlich Sekt und Bier.
Als ich mich dann erkundigte, was es denn unalkoholisches gäbe, wurde ich sofort gefragt, ob ich schwanger sei.
Okay, ich bin 31 Jahre jung und schon seit einigen Jahren verheiratet. Scheinbar erwartet man es in bald.

Natürlich bin ich der Person, die mich gefragt hat nicht böse. Den direkten Weg finde ich immer besser.
Doch zeigt dieses Ereignis einfach wie sehr Alkohol in der Gesellschaft verankert ist.
Sobald man nicht trinkt ist irgendwas… Es ist scheinbar nicht “normal”.
Auch eine Freundin von mir trinkt nicht - hat sie auch noch nie. Sie ist dann immer die, die nie trinkt… Also ein Alleinstellungsmerkmal, das als etwas Besonderes wahrgenommen wird.

Warum? Warum können andere nicht einfach akzeptieren, dass man nicht trinkt. Einfach so?!

Piccolöchen, Gläschen, Bierchen & Co

Mir war es gar nicht so bewusst, aber wir verniedlichen den Alkoholkonsum oft. Warum wir das machen, kann ich mir ehrlich gesagt nicht wirklich erklären. Vielleicht wissen wir, dass es nicht gut ist und versuchen es uns unterbewusst schön zu reden? Eine Vermutung!
Dennoch wird es bei all dem, was der Alkohol anrichten kann zu sehr verharmlost.

Wieso ist es so anerkannt und warum stehen im Supermarkt - in wirklich jedem kleinsten - Regale voll gefüllt und dann noch die kleinen FläschCHEN in der sogenannten Quängelzone.
Warum verbietet der Staat sowas nicht? Es gibt in Deutschland eine wahrscheinlich noch größere Dunkelziffer an Menschen, die ein Alkoholproblem haben. Diese Menschen schaffen es an den Alkoholregalen vorbei und an der Kasse beim Warten versucht man sie wieder zu verführen?
Wir könnten doch auch den hochprozentigen Alkohol aus den Läden verbannen und separat welche einführen, in denen er kontrolliert verkauft wird. So wie zum Beispiel in Schweden oder Kanada.
Vielleicht ist es auch nicht gewollt, weil man daran einfach gut verdient?

Was bringt uns der Konsum von Alkohol

Nicht falsch verstehen! Ich bin nicht unter die Abstinenzler gegangen und trinken nie wieder etwas, doch habe ich den Konsum alkoholischer Getränke etwas hinterfragt, die Resonanz meines Körpers auf Alkohol genauer beobachtet und trinke nun viel weniger und bewusster.

Ich verknüpfe ihn nicht mehr mit bestimmten Anlässen und brauche ihn auch nicht mehr für bestimmte Momente.
Ein gutes Essen oder ein nettes Gespräch in einer Bar funktionieren auch ohne.
Wenn ich etwas trinke, dann weil ich wirklich mal Lust auf den Genuss z.B. eines guten Weins oder besonderen Bieres.

Warum?

Hier mal eine Pro & Contra-Liste:


PRO

  • schmeckt

  • entspannt

  • löst Hemmungen
    (eigentlich eher negativ, also Vorsicht!)

CONTRA

  • 90% des Alkohols werden in der Leber abgebaut

  • Zellen sterben ab

  • beeinflusst die Wahrnehmung

  • übersteigertes Selbstbewusstsein, Risikobereitschaft, Kontaktfreudigkeit
    (Achtung! Es kann peinlich werden)

  • macht zu emotional
    (negative Emotionen brechen aus)

  • bringt Gleichgewichtsstörungen

  • beeinflusst die Hörfunktion
    (darum schreien alkoholisierte Menschen so ;-) )

  • generell wird die Wahrnehmung durch die Sinnesorgane gehemmt

  • entzieht dem Körper Wasser

  • schlechter Schlaf

  • Hangover (wenn zu viel)


Alles in Allem. Vielleicht ein Grund mal den Konsum und den Umgang mit Nicht-Trinkenden vielleicht mal etwas bewusster anzugehen, oder?
Wie gesagt, jeder der trinken mag, soll dies auch weiter tun… nur ein anderes Bewusstsein kann ja nicht schaden…


Wie siehst Du das? Zu extrem oder kann man mal machen?