Wir sind Menschen und keine Maschinen

 
conscious hamburg

“Sind wir denn nie genug?” sang vor ein paar Jahren Lina Maly und da ist wirklich etwas dran. Ich habe das Gefühl, dass sich die Welt immer schneller dreht und die Anforderungen an einen selbst auch. Man will einfach alles und wenn man alles erreicht hat, findet man weitere Dinge, die man zum scheinbaren Glücklichsein benötigt. Ein streben nach einem Ziel, dessen Zieleinlauflinie sich immer wieder verschiebt.

 


Den Beitrag gibt es wie so oft auch als Podcastfolge:

 

 

Perfektionismus ist nicht immer gesund

Irgendwie will jeder perfekt sein und möglichst viel, möglichst schnell erreichen. Ich frage mich warum?
Ob im Job oder Privatleben. Egal was ist, es soll immer mehr, immer weiter und immer besser sein. Wozu? Wollen wir uns selbst etwas beweisen oder anderen?
Ich glaube es ist beides. Einerseits ist vielen heutzutage wichtig was andere denken oder sagen.
Andererseits möchte man sich selbst gefallen. Perfekt sein, um eben anderen in nichts nachzustehen und womöglich auch unantastbar zu sein.

Haben wir verlernt uns auf uns zu konzentrieren und einfach mal zufrieden zu sein? Einfach so mit dem, was man hat? Ich glaube teilweise schon. Davon möchte ich mich auch nicht 100%ig ausnehmen.

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Ich bin Super-Woman/Man

Mein Naturell ist Perfektionismus. Es muss immer sauber sein, sonst fühle ich mich nicht wohl. Bei der Arbeit soll auch jeder wissen, wie gut ich bin. Im Privatleben soll jeder mitbekommen wie sozial und nett ich bin. Überall sollen alle merken, dass ich belastbar bin und keine Situation mich verzweifeln lässt, denn ich bin stark!
(Selbstbewusst und belastbar steht ja auch in vielen Stellenausschreibungen)

Mittlerweile habe ich einen anderen Blick auf bestimmte Dinge. Es ist völlig egal was andere denken oder was man von seiner persönlichen Bucket-List streichen konnte.

Geld und ein Jobtitel erleichtern zwar einiges, aber machen nicht glücklich. Glück und Gesundheit kann man sich einfach nicht kaufen.

Doch man kann für beides sein Bestes geben und so abgedroschen es klingt, aber es fängt bei Dir selbst an.

Unsplash @king pi

Alles dreht sich…

Ich habe das Gefühl, dass sich die Welt derzeit einfach zu schnell dreht, so dass wir gar nicht mehr mitkommen. Ich selbst habe es an meiner Aufmerksamkeit gemerkt.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man sich Aufmerksamkeitsspanne und Achtsamkeit wegtrainieren kann. Dann habe ich angefangen mich selbst zu beobachten.

Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch nicht meditiert und auch keinen anderen Sport wie Yoga gemacht, doch fiel mir auf, dass ich super viele Dinge parallel erledigen möchte. Man will ja schließlich effizient sein und keine Zeit verschenken. Zeit, die man an anderer Stelle wieder effizient nutzen kann. Eben das ist das Problem: effizient anstatt wertvoll.

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Wir sind verdammt nochmal nicht multitaskingfähig

Belastbar sein wollen wir alle. Gerade im Job wollen wir uns beweisen. Unter dem größten Stress perfekte Ergebnisse liefern und generell nie einen Fehler machen.

Doch zu viel auf einmal kann man einfach nicht leisten. Es ist nicht schlimm oder fehlbar, sondern menschlich.

Der Mensch ist nicht auf Multitasking ausgelegt. Wir können es probieren, aber darunter wird die tatsächliche Qualität der Arbeit leiden. Zudem trainiert man sich Unaufmerksamkeit an, was zur Folge hat, dass die Konzentrationsfähigkeit abnimmt. Doch nur wer konzentriert und fokussiert arbeitet, ist in der Lage wirklich gute Arbeit zu leisten. Nicht Masse, sondern echte Qualität.

 

Eine neue Arbeitswelt muss her

Interessanterweise ist es auch belegt, dass ein 8-Stunden-Tag gar nicht effizient ist, weil man sich eben nicht 8 Stunden am Stück konzentrieren kann.
Wann da mal die Arbeitgeber draufkommen? Wir gehen schon einen Schritt in eine gute Richtung. Große Firmen bieten Sabbaticals und flexible Arbeitszeitmodelle an. Hoffentlich kommt da bald noch mehr.

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Aufwachen!

Es ist nicht verwunderlich, dass die Burnout-Raten und stressbedingte Krankheiten zunehmen.

Der Druck immer zu „Performen“ ist groß und viele geben sich diesem Druck.
Manche prahlen sogar damit, wie unabkömmlich sie bei der Arbeit sind, zeigen beiläufig und stolz ihr neues Diensthandy und betonen immer wieder wie gut sie ja verdienen (meist sagen sie allerdings nie was genau 😉 )
Irgendwann erleiden sie einen Burnout oder merken es einfach selbst.

Darauf kommt es im Leben nicht an!

Wir sind Menschen und keine Maschinen

Doch wo anfangen, um etwas zu ändern? Ganz einfach. Bei Dir selbst!  Es gibt zwei essenzielle Dinge, die wir uns eingestehen müssen.

1. Der Mensch macht Fehler und das ist gut so.

Hier ist es wichtig mit diesen Fehlern richtig umzugehen, indem man sie eingesteht und akzeptiert.

2. Es ist sowas von egal was andere denken oder denken könnten. Wer sich damit belastet hindert sich daran sich selbst zu mögen.

Auch wenn dieses ganze Selbstliebethema echt ausgelutscht ist, ist sehr viel dran. Nur wer sich selbst akzeptiert, wie er ist mit all seinen Schwächen, aber auch Stärken, kann vollkommen glücklich und entspannt sein.

Das geht nicht von heute auf morgen und braucht seine Zeit, doch man kann es üben und wird mit der Zeit immer besser.

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Nobody is perfect und das ist auch gut so!

Es ist auch völlig okay, wenn wir etwas nicht können oder wenn wir etwas noch nicht können. Manchmal braucht es eben etwas Zeit bis etwas funktioniert. Diese Zeit ist individuell. Wir haben ja auch nicht alle mit 2 Jahren komplett laufen können. Die einen fangen früher an, die anderen später – völlig okay.

Ein kleines Beispiel dazu:

Eine Bekannte möchte mit mir zum Sport. Ich mache aber nicht die Kurse, die sie gerne macht und mache in der Regel eher freies oder Gerätetraining. Ich frage sie, warum sie sich nicht auch mal einen Plan für das Gerätetraining zusammenstellen lässt. „Nein, das ist mir zu peinlich. Ich bin doch total schwach.“

Völliger Blödsinn. Jeder fängt irgendwann und irgendwo mal an und kann nicht von heute auf morgen gleich alles. Genauso ist es doch auch wenn man eine Sprache lernt. Man fängt an und wird, je mehr man übt, immer besser

Man sollte sich dann auch nicht mit Menschen vergleichen, die diese Sprache seit Jahren täglich sprechen.

Das Problem ist, dass wir uns viel zu oft vergleichen und uns dann entmutigen lassen.
Bei sich selbst ankommen und sich selbst zu akzeptieren ist hier der Schlüssel. Nicht andere erwarten etwas von Dir, sondern Du glaubst, dass sie es tun.

Ich hoffe dieser, doch recht lange Beitrag, hat Dich ein bisschen inspiriert. Versteh mich bitte nicht falsch. Es klingt, als habe ich die Weisheit hier mit Löffeln gegessen, doch auch ich bin noch auf einem Weg. Denn es ist einfach nicht leicht sich nicht unter Druck setzen zu lassen und sich auf das zu konzentrieren worauf es tatsächlich ankommt. Es ist vielmehr eine kontinuierliche Übung.

Lass mir gerne Deine Gedanken zu diesem Thema in den Kommentaren oder über das Kontaktformular da.

Ich freue mich!

Liebe Grüße, Sandra